Herstellung einer Sandgussform, bevor das Gold geschmolzen und in die Form gegossen wird, um einen Goldsandgussring herzustellen.

Handwerk als Struktur im modernen Luxus

Luxus wurde traditionell mit Handwerkskunst in Verbindung gebracht. Limitierte Produktion, die Nähe zum Material und der Zeitaufwand pro Objekt bildeten lange Zeit die Grundlage seines Wertes.

Luxusgüter werden heute in einem anderen Maßstab produziert. Vertrieb, Tempo und Volumen haben die Produktentwicklung und -einführung grundlegend verändert. Gleichzeitig ist das Interesse an den Herstellungsprozessen gestiegen. Fragen nach Produktionsstandort, -methode und Verantwortlichkeit gewinnen an Bedeutung.

In diesem Kontext gewinnt Handwerkskunst an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für handgefertigten Schmuck und Schmuck aus Norwegen, wo die Produktionsmethode selbst Teil des Wertes ist.

Ein integriertes Modell

Bei Wabi Sabi werden alle Schmuckstücke in unserer eigenen Werkstatt in Tromsø entwickelt und gefertigt, wo Design und Ausführung im selben Raum stattfinden. Als Schmuckdesigner haben wir uns bewusst dafür entschieden, den gesamten Prozess zusammenzuführen, sodass Form, Material und Vollendung untrennbar miteinander verbunden sind.

Die Produktion erfolgt in kleinen Serien und oft auf Bestellung. Die Kollektionen werden nicht nach jeder Saison eingestellt, sondern weiterentwickelt und häufig um neue Produkte erweitert.

Diese Struktur ist nicht Teil der Erzählung, sondern das Fundament des Unternehmens.

Methode und Verständnis der Materialien

Gold wird vor dem Gießen in Sand auf über 1000 Grad erhitzt. Nach dem Abkühlen wird die Oberfläche so lange bearbeitet, bis sie den gewünschten Widerstand aufweist. Durch das Zusammenspiel von Hitze, Metall und Hand entstehen geringfügige Abweichungen. Spuren der Bearbeitung bleiben zurück.

Beim Fjæra-Ehering bleibt die Gusskante dieses Verfahrens erhalten. Spuren der Sandform werden Teil des Ausdrucks, sodass die Herstellung nicht verborgen bleibt, sondern zum Ganzen beiträgt.

Das Handwerk ist nicht dekorativ, sondern strukturell. Die Schönheit im Unvollkommenen entsteht als Folge der Methode, nicht bloß als stilistische Maßnahme.

Lokale Produktion als Prämisse

Alle Schmuckstücke werden in unserer Werkstatt von unseren Goldschmieden gefertigt. Dadurch erhalten wir direkten Einblick in die Qualität, die verwendeten Materialien und die Verarbeitung und können jedes Objekt von der ersten Idee bis zur fertigen Form begleiten.

Wir verarbeiten Gold und Silber, Edelmetalle, die eingeschmolzen und wiederverwendet werden können. Der Schmuck ist auf Langlebigkeit ausgelegt und kann bei Bedarf repariert oder angepasst werden. Dank dieser Arbeitsweise können wir in Norwegen handgefertigten Schmuck herstellen und dabei jeden Arbeitsschritt vollständig kontrollieren.

Luxus heute

Heute wird Luxus zunehmend mit Integrität assoziiert. Nicht nur mit der Wahl der Materialien oder der Verfügbarkeit, sondern mit der Verbindung zwischen Idee, Produktion und fertigem Produkt.

Die Schmuckproduktion in kleinen Serien ist eine Möglichkeit, diesem Luxusverständnis gerecht zu werden. Wenn die Produktion im selben Raum stattfindet, in dem auch das Design entwickelt wird, bleiben die Entscheidungen nah beieinander und die Konsequenzen sichtbar.

Für uns ist Handarbeit keine zusätzliche Qualität.
Das ist die Grundlage unserer Arbeitsweise.

Text von Ingrid Skaue Øines, Brand Director bei Wabi Sabi